Jan Peter Helmer

“Ärztliche Versorgung auf dem Land – Hürden überwinden” – Fachgespräch am 19.11.2013 in Herrieden

Die ärztliche Versorgung in unserem Flächenlandkreis ist angesichts der schnellen Veränderungen unseres Gesundheitssystems und des demographischen Wandels eine große Herausforderung.

Bei dem von den Kreisverbänden der Frauen-Union und der CSU durchgeführten Fachgespräch referierten Herr Jörg Pabst, Facharzt für Allgemeinmedizin, und Herr Bürgermeister Friedrich Wörrlein, Dentlein, wie mit Erfolg die Niederlassung eines engagierten Mediziners in einer Gemeinde gelingen kann.

Immer weniger Mediziner entscheiden sich für den Beruf des Hausarztes. Ursachen liegen zum einen wohl in der Ausbildung, die nicht zielgerichtet auf eine spätere Tätigkeit als Hausarzt ausgelegt wird, zum anderen, in dem was die Hausärzte leisten müssen: Bereitschaftsdienste, lange Arbeitszeiten, große Patientenzahlen und natürlich auch in einer im Vergleich zu anderen Ärzten niedrigen Bezahlung. Die Attraktivität der Ballungsräume kommt hinzu. Ein Arbeitsleben im ländlichen Raum scheint für viele junge Ärzte nicht erstrebenswert zu sein.

Das Durchschnittsalter der Hausärzte liegt momentan bei 52,5 Jahren. 25 Prozent der Hausärzte sind über 60. Der Nachwuchs fehlt. Wir haben zurzeit in Bayern bereits 600 nicht zu besetzende Hausarztsitze. Jede Woche schließt eine Hausarztpraxis ohne Nachfolger für immer.

Die Politik muss den Hausärzten Unterstützung bieten, damit sie eine sichere und planbare Zukunft aufbauen können. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung der hausarztzentrierten Versorgung über gesicherte Hausarztverträge. Bayern leistet mit Mitteln des Nachtragshaushaltes von jährlich ca. 4,5 Millionen EUR einen direkten Beitrag zur Sicherung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Mit diesem Förderprogramm werden konkrete Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung unterstützt.

Durch einen finanziellen Anreiz soll zum einen die Entscheidung für eine Niederlassung als Hausarzt im ländlichen Raum gefördert und die Praxisgründung erleichtert werden. Eine Niederlassung wird mit einer Niederlassungsprämie von 60.000 Euro unterstützt. Die Niederlassung kann in den Planungsbereichen gefördert werden, in denen eine Unterversorgung mit Hausärzten zu befürchten ist und es nicht gelingt, Ersatz für die Hausärzte zu finden, die heute 60 Jahre und älter sind.

Die erfolgreiche Ansiedlung eines engagierten Arztes in Dentlein zeigt, dass im Zusammenspiel aus guten Rahmenbedingungen, geschickten Verantwortlichen vor Ort und einem leidenschaftlichen Mediziner die Versorgung auch auf dem Land gewährleistet werden kann.

Jan Helmer, CSU-Kreisvorsitzender

Carola Güntner-Hoppe, Frauen-Union Kreisvorsitzende

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