Jan Peter Helmer

Rede Landesversammlung Mittelstandsunion

Landesversammlung der Mittelstandsunion am 23. 10. 2010 in Dinkelsbühl – Grußwort durch Jan Helmer, CSU-Kreisvorsitzender und Vorsitzender der Mittelstandsunion Mittelfranken

Guten Morgen liebe Mittelstandsfreunde!

am Montag habe ich, wie vermutlich viele von Ihnen, einen Brief erhalten, von einem Herrn Bachleitner, dem Direktor der Österreichischen Industrieansiedlungsgesellschaft. Darin heißt es wörtlich:

„In Österreich müssen Unternehmer keine Annoncen schalten, wenn sie von der Bundesregierung gehört werden wollen. Sie genießen einen hohen Status und sind sehr geschätzt.“ In Österreich wohlgemerkt. Vielleicht zeigt der Satz von Herrn Bachleitner einen Nachholbedarf in unserem Land auf, an Wertschätzung auf der einen Seite und an konsequenter Förderungspolitik auf der anderen Seite.

Liebe Mittelstandsfreunde,
seien Sie herzlich willkommen in Dinkelsbühl, der ehemaligen Reichsstadt, der – wie Franz Josef Strauß in seinen Memoiren schreibt – Perle Frankens, im Landkreis Ansbach, dem flächengrößten Landkreis Bayerns, der auch in der Einwohnerzahl an sechster Stelle in Bayern liegt, und im Regierungsbezirk Mittelfranken.
Vielen Dank für Ihr Kommen!

Mittelfranken und Dinkelsbühl sind Teil der wirtschaftsstarken Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen. Die nicht minder starken Gebiete in Oberbayern und Württemberg grenzen an uns an. Unsere Heimat prosperiert in guter Weise, vor allem auch, weil wir von der Nähe zu den Ballungsräumen profitieren.
Dennoch treffen Sie hier im westlichen Mittelfranken auf alle Probleme, die für die Ländlichen Räume Bayerns typisch sind. Insbesondere weisen unsere Kommunen einen sehr hohen Anteil von Auspendlern, von Arbeitnehmern, die in den Großräumen arbeiten, auf. Es wird zudem eine negative demographische Entwicklung vorhergesagt. Wir werden Einwohner verlieren. Unsere zumeist regional aufgestellten Unternehmen werden stark gefordert sein. Fachkräftemangel und fehlende Internet-Breitbandverbindungen sind bereits heute eine Geißel.

Die Konzentration der Wirtschaftspolitik auf die Zentren, die Förderung von Schlüsseltechnologien, die Forcierung der Clusterbildung mögen zwar dazu führen, dass wir in der Summe für den internationalen Wettbewerb gut aufgestellt sind. Für den Mittelstand und für die Ländlichen Räume ist eine solche Politik dennoch problematisch, zumindest nicht ausreichend.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Landesvorsitzender, liebe Mittelstandsfreunde,
das Flächenland Bayern braucht eine nachhaltige Strukturpolitik mit guten Ideen, klaren Konzepten und mit Förderprogrammen, gerade auch für die Ländlichen Räume.

Wir brauchen aber zudem eine Politik, die konsequent auf die Tatkraft und den Erfindungsreichtum des Einzelnen setzt. Eine Politik, die unternehmerischen Mut nicht bestraft, sondern fördert, die in uns Mittelständlern keine Melkkühe und keine „Neoliberalen“ sieht!

Freuen wir uns daher auf die Rede von Hans Michelbach „Vertrauen für den Mittelstand“!

Vielen Dank

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