Jan Peter Helmer

Kreisrat


Leitbild für Windsbach

CSU fordert langfristige Entwicklung
Ein Leitbild für Windsbach
Konzept zur Weiterentwicklung Windsbachs vorgestellt

  • Ein Leitbild für Windsbach entwickeln

    Grundlage für eine sinnvolle Weiterentwicklung unserer Stadt muß ein Leitbild sein. Dieses Leitbild hat zu beschreiben, wie unsere Stadt in den nächsten zehn Jahren, also bis zum Jahre 2012, weiterentwickelt werden soll. Hierbei ist nicht nur die Innenstadt zu berücksichtigen. Insbesondere ist auch Themenbereichen, wie Ansiedlung von Gewerbebetrieben, Ausbau von Verkehrswegen, Ausweisung von Wohngebieten und sonstige Infrastrukturmaßnahmen, hohe Priorität in der Kommunalpolitik einzuräumen. Ausgehend von dem Leitbild können dann sinnvolle Einzelmaßnahmen eingeleitet werden.

 

  • Einbeziehung der Mitbürger

    Die Weiterentwicklung unserer Stadt müssen wir als Prozeß verstehen. Es ist wesentlich, daß wir in diesen Entwicklungsprozeß soweit wie möglich die Mitbürger sowie insbesondere auch alle Vereine und den Gewerbeverband mit einbeziehen. Je breiter das Diskussionsforum angelegt wird, desto mehr Ideen können entwickelt und diskutiert werden. Der erste Abschnitt dieser Ideensammlung ist wie ein „Brainstorming“ anzulegen. Es kommt vor allem darauf an, Ideen zu sammeln, nicht aber diese bereits im Vorfeld zu kritisieren. In einem weiteren Schritt müssen dann diese Ideen bewertet und gründlich untersucht werden.

 

  • Stadt muß Prozeß anstoßen und Randbedingungen stabilisieren

    Aufgabe der Stadt Windsbach und des Stadtrates muß es sein, den Entwicklungsprozeß für unsere Stadt anzustoßen und fortzuführen. Auf jeden Fall ist zu vermeiden, daß die Stadt selbst unternehmerisches Risiko trägt. Dies wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn die Stadt auf eigene Rechnung Immobilien vermarkten und verwalten wollte. Insbesondere im Hinblick auf die Häuserzeile zwischen alter Sparkasse und Gasthaus Krone sowie bei weiteren Problemfällen in unserer Stadt (wie z. B. Miederer-Haus) ist sicher zu stellen, daß private Investoren das unternehmerische Risiko übernehmen. Die Stadt soll die Rahmenbedingungen vorgeben und somit auch Planungs- und Handlungssicherheit schaffen.

 

  • Einen Arbeitskreis für Stadtbelebung und Wirtschaft begründen

    Ein Arbeitskreis aus Mitgliedern des Stadtrates sowie Vertretern der Bürgerschaft und der Wirtschaft ist einzurichten. Aufgabe des Arbeitskreises wird es sein, die Überlegungen zur Belebung unserer Stadt und des Wirtschaftsgeschehens zu konkretisieren und weiter zu betreiben. In diesem Arbeitskreis können dann auch externe Experten, zum Beispiel für Stadtmarketing, gehört werden. Durch die Vorberatung innerhalb dieses Arbeitskreises kann die praktische Umsetzbarkeit von Ideen und Anträgen deutlich verbessert werden.

 

  • Regionale Stellung Windsbachs verbessern

    5. 1 Unterzentrum

    Die Entwicklungsmöglichkeiten unserer Heimatstadt hängen auch wesentlich davon ab, inwieweit es uns gelingt, die regionale Stellung Windsbachs zu verbessern. Zeitgemäßer ist es, die Entwicklung ganzer Räume anstelle derjenigen einzelner Städte voranzu-treiben. Es ist daher eine Aufstufung Windsbachs zum Unterzentrum weiter zu verfolgen.

    5.2 Kommunale Allianz

    Von großem Interesse ist auch die Schließung einer kommunalen Allianz, etwa mit den Kommunen Neuendettelsau und Heilsbronn. Neue Allianzen werden künftig zu deutlichen Verbesserungen der kommunalen Leistungskraft, etwa durch gemeinsame Ausweisung von Gewerbegebieten oder Nutzung von Geräten, sowie zu einer Verbesserung der Chancen auf öffentliche Fördermittel (vor allem aus der Europäischen Union) führen.

 

  • Investitionen mit Augenmaß betreiben – Folgekosten beachten

    Selbstverständlich sind alle Zuschußmöglichkeiten auszuschöpfen. Insofern liegt die Versuchung nahe, weitreichende öffentliche Nutzungen für die zu sanierenden Gebäude zu formulieren. Es scheint aber dennoch wichtig zu sein, daß man bereits jetzt auf die Folgekosten hinweist. Die Baumaßnahmen selbst könnten zwar bezuschusst werden. Die Gebäude werden aber während des laufenden Betriebes weitere Kosten verursachen. Daher ist auch dazu zu raten, soweit wie möglich privatwirtschaftliche Nutzungs-konzepte zusammen mit den Bürgern zu erarbeiten.

 

  • Mögliche Einzelmaßnahmen zur Belebung unserer Stadt

    7.1 Erschließung des Tourismuses

    Windsbach sollte sich möglichst kurzfristig einem der beiden großen Tourismusverbände in unserer Region anschließen. Es käme hier sowohl der Verband „Fränkisches Seenland“ als auch der Verband „Romantisches Franken“ in Frage. Die Integration in einen dieser Verbände könnte zu einer Belebung unserer Gastronomiebetriebe führen. Selbstver-ständlich sollte dies auch zu einem Impuls zur weiteren Verbesserung unserer Gastro-nomiebetriebe führen.

 

7.2 Fahrradfahren als Chance für den Tourismus

Durch Windsbach laufen zwei auch für Radfahrer erschlossene Wege. Es handelt sich um die Burgenstraße und um den sogenannten Karpfenrundweg. Aus anderen Kommunen wissen wir, daß Radfahrer erheblich zu guten Umsätzen in der Gastronomie beitragen können. Eine Kombination von Werbemaßnahmen und einer Verbesserung des gastronomischen Angebotes sollte auch hier zu guten Ergebnissen führen.

 

7.3 Die Nähe zum Großraum Nürnberg nutzen

Windsbach liegt verkehrmäßig sehr günstig zum Großraum Nürnberg. An jedem Wochenende werden vor allem die Gastronomiebetriebe in den östlich von uns liegenden Landkreisen gut genutzt. Durch geschickte Werbemaßnahmen sollte es gelingen, den Strom von Besuchern aus dem Großraum Nürnberg zum Teil auch nach Windsbach zu führen. Ein originelles Dienstleistungsangebot hat anderswo gute Ergebnisse gebracht: „Heiraten am Wochenende“.

 

7.4 Windsbach als Kulturstadt vermarkten

Windsbach hat als Kulturstadt einen hervorragenden Ruf, zu dem unter anderem der Windsbacher Knabenchor beiträgt. Denkbar ist zum Beispiel, daß zusammen mit dem Knabenchor und dem Blechbläserensemble sowie weiteren Gruppen eine Veranstaltungsreihe begründet wird. Diese ist systematisch zu bewerben.

 

Als sehr reizvoll erscheint auch die Möglichkeit, eine Kleinkunstbühne, welche von einem privaten Trägerverein betrieben werden könnte, in Windsbach einzurichten. Von anderen Kleinkunstbühnen wissen wir, daß diese oftmals sehr gerne vom Publikum besucht werden und daher bemerkenswerte Belebungseffekte in eine Stadt hineintragen.

Zu überlegen ist auch, ob man Musikveranstaltungen für jüngere Menschen, in Zusammenarbeit mit Radiosendern durchführt. Erste Versuche in der Stadthalle waren hier als erfolgreich anzusehen. Insbesondere scheint es auch sehr reizvoll zu sein, das Waldstrandbad für derartige Veranstaltungen zu öffnen. Bei der Durchführung dieser Veranstaltungen sind die Vereine einzubinden.

 

7.5 Sportveranstaltungen

In Ergänzung zu den Sportwettbewerben und anderen Veranstaltungen, wie sie die örtlichen Vereine schon seit längerem durchführen, sind auch weitreichendere Konzepte möglich. Aus Ansbach etwa wissen wir, daß zum Beispiel die Bayernrundfahrt oder die Deutschlandtour erhebliche Publikumsmagnete waren. Gleiches ist auch für Windsbach vorstellbar. Windsbach sollte sich zudem um andere Sportgroßveranstaltungen bemühen.

7.6 Bauernmarkt

Reizvoll ist es auch, wieder einen Bauernmarkt einzurichten.

7.7 Ein Stadtfest wirkt integrierend

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt sollte mit den Planungen für ein Stadtfest im nächsten Jahr begonnen werden. Windsbach feiert im Jahre 2003 das 725-jährige Stadtjubiläum. Ein breit angelegtes Fest wirkt hier sowohl integrierend als auch belebend.

 

7.8 Historisches Spektakel – Thema schlägt Destination

Windsbach ziert sich mit dem Beinamen Marktgrafenstädtchen. Dieses historische Erbe unserer Stadt bietet auch die Chance, in einem historischen Spektakel oder Festspiel dargestellt zu werden. Aus anderen Städten (z. B. Dinkelsbühl „Kinderzeche“ und Rothenburg „Meistertrunk“) wissen wir, daß historische Festspiele ganz erhebliche Besucherströme in eine Stadt ziehen können. In jüngster Vergangenheit haben zum Beispiel Schmalkalden mit dem „Schmalkaldener Hirschessen“ sowie die Stadt Heide mit dem „Marktfriedensfest“ erfolgreiche Festspiele inszeniert. Für Windsbach wäre ein historischer Anlaß aus dem Mittelalter (z. B. Minnesänger Winsbeke) oder aus späteren Zeiten möglich. Die Themenbereiche Rokoko und Markgrafentum scheinen hier noch Möglichkeiten zu bieten. Vorstellbar ist auch, daß zum Beispiel der Markgrafenkrieg 1449 / 1450, bei dem die Nürnberger die Stadt Windsbach niedergebrannt haben, Gegenstand eines historischen Spektakels werden.

Die Auswahl des richtigen Themas ist entscheidend. Die Erkenntnis der Torusimus-forscher „Thema schlägt Destination“ könnte sich auch in Windsbach als wahr erweisen.

 

7.9 Gewerbestandort ausbauen – Factory outlet center

Mit einer Ansiedlung großer Industriebetriebe ist in Windsbach nicht unbedingt zu rechnen. Die Gewerbeentwicklung unserer Stadt hat daher eher kleine Gewerbetreibende, die vor allem auch sehr unterschiedlichen Branchen angehören sollten, zu berücksichtigen. Hier ist insbesondere auch an eine Unterstützung von Existenzgründern zu denken.

Als Chance für Windsbach käme eventuell auch ein Factory outlet center in Betracht. Da Windsbach derzeit über nur noch wenige Handelsunternehmen verfügt, könnte ein solches Center auch auf unseren geeigneten Gewerbeflächen entstehen.

 

  • Identitätsfindung und Ausblick

  1. Die Identität Windsbachs, also die Antworten auf die Fragen: „Wofür steht Windsbach? – Was bringen die Menschen mit der Stadt Windsbach in Verbindung?“ wird Ausgangs-punkt für die künftige Weiterentwicklung sein. Auf dieser Identität muß das Leitbild aufbauen.

    Die CSU Windsbach versteht Stadtentwicklung als fortwährenden Prozeß. Wir wollen nicht nur jetzt, sondern auch später Ideen einbringen und bei der praktischen Umsetzung mithelfen. Es ist überaus wichtig, daß die Mitbürger sowie die Vereine, Verbände und politischen Gruppierungen zusammenfinden. Falls es uns gelingt, ein Leitbild für unsere Stadt zu entwickeln, werden wir es auch umsetzen können.

Die Stadträte der CSU Windsbach Windsbach, 12. 6. 2002

Jan Helmer Dr. Stefan Götz Gerhard Kuttner

Norman Blevins Hermann Löhner Martin Kerling

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