Antrag an den Stadtrat Windsbach Einführung eines kaufmännischen und effizienten Rechnungswesen

Antrag an den Stadtrat Windsbach
Einführung eines kaufmännischen und effizienten Rechnungswesens zur effektiven Nutzung des eingesetzten Kapitals und Erhöhung der Finanzkraft


Der Stadtrat der Stadt Windsbach möge beschließen:

Es sind Maßnahmen einzuleiten, die zur effektiven Nutzung des eingesetzten Kapitals der Stadt Windsbach und daraus als Ergebnis zu einer Erhöhung der Finanzkraft führen.
Diese Maßnahmen sind:
1. Umstellung auf das kaufmännische Rechnungswesen
2. Einsatz effizienter Controllinginstrumente
3. Aktives Management von städtischer Zukunftsentwicklung und notwendiger Veränderungen

Begründung:

Die traditionell angewandte, kameralistische Buchführung, wie sie derzeit in der Stadtverwaltung Windsbach angewandt wird, lässt keinerlei Rückschlüsse auf den Erfolg oder Nichterfolg des Gesamten oder einzelner Teilbereiche zu. Das kamerale Rechnungswesen stellt mit Ausnahmen der kostenrechnenden Einheiten eine reine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung dar. Es ist stark kassenlastig und fokussiert auf die Steuerung der Liquidität. Der tatsächliche Werteverzehr (Abschreibungen, Zeitverlauf von Materialverbräuchen, ..) bleibt demgegenüber unberücksichtigt, weil die Mittelabflüsse für den Kauf von Anlagegütern oder Material zum Zeitpunkt der Beschaffung einmalig als Ausgabe erfasst werden. 
Ebenso erfolgt keine zeitliche Abgrenzung der Einnahmen und Ausgaben, bzw. Aufwendungen und Erträge in Bezug auf das Kalenderjahr. Eine lückenlose Erfassung der Gegenstände des Anlagevermögens erfolgt im Rahmen der Kameralistik nicht. 
Infolgedessen erweist sich die Kameralistik als ungeeignet, die Vermögens- und Ertragslage der Kommune darzustellen. 

Kostentransparenz und Kostenbewusstsein bei den Verantwortlichen und Beschäftigten der Verwaltung könnten mit einem kaufmännischen Rechnungswesen besser als mit der angewandten kameralistischen Buchführung gefördert werden. 


Forderungen
· Umstellung auf das kaufmännische Rechnungswesen:
Einführung eines kaufmännischen Rechnungswesens und Einführung einer Kosten- und Leistungsrechnung, mit der frühzeitig Handlungsbedarf erkannt werden kann und Maßnahmen zur Steuerung des Haushaltsbudgets durchgeführt werden können. Die Stadt Windsbach stellt hierbei komplett ihre interne Verwaltung, welche bislang auf einer kameralistischen Buchführung beruht, auf eine kaufmännische Buchführung um. Hierbei sollte besonders auf die Einrichtung einer Kostenstellen-, Kostenarten- und Kostenträgerrechnung geachtet werden.


· Einsatz effizienter Controllinginstrumente:
Einführung eines Controllingsystems zur Steuerung der verwaltungsinternen Organisation im Sinne vorgegebener Ziele. Inhalte sollten die Analyse von Stärken und Schwächen bereits vorhandener Systeme, die Herleitung von Kennzahlen zur Messung der Zielerreichung und eine Implementierung des Berichtswesens sein. Eine vierteljährliche GuV – Vorschaurechnung ermöglicht der Verwaltung und dem Stadtrat einen aktuellen Überblick. Auf Grundlage dieser Vorschaurechnung könnten somit rechtzeitig notwendige Maßnahmen eingeleitet werden.


· Zukunfts- und Veränderungsmanagement:
Die Zukunftsentwicklung der Stadt Windsbach ist mit den erforderlichen Marketingstrategien zielgerichtet zu planen. Geeignete und wohl geplante Veränderungsprozesse sollen bei den Beschäftigten der Stadt einen Umbruch vom „Verwalter“ zum „Manager“ bewirken.
Sofort einzuleitende Maßnahmen
Anhand einer durch eine unabhängige Gesellschaft durchgeführten Organisations- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der Verwaltungsstrukturen der Stadt Windsbach sollte nach Möglichkeiten der Optimierung auf dem Weg zu einer agilen, innovativen und leistungsfähigen Verwaltung gesucht werden. Hierbei ist ein besonderes Gewicht auf die Analyse von Prozessen zur Restrukturierung der Verwaltung zu legen.
Die Stadt Windsbach nimmt mit geeigneten Beratern und den zuständigen Aufsichtsbehörden Kontakt auf, um zu prüfen, wie die oben beschriebenen Forderungen möglichst zeitnah umgesetzt werden können.
Die Verwaltung hat in den nächsten vier Wochen eine Grobanalyse und eine Kosten-Nutzen-Schätzung der Öffentlichkeit vorzulegen.