Jan Peter Helmer

Kreisrat


Schulentwicklung im Landkreis Ansbach

Investitionsschwerpunkt Schule 
Kinder brauchen Raum – 
Politik und Schule im Team 
Schulentwicklung im Landkreis Ansbach 

Wörnitz – „Wir wollen unserem Bildungsauftrag gerecht werden!“ erklärte Rudolf Schwemmbauer jetzt vor Vertretern der Schulen im Landkreis. Zum Thema „Schulentwicklung im Landkreis Ansbach“ hatte die Fraktion und der CSU Kreisverband die jeweiligen Schulleitungen der landkreiseigenen Schulen nach Wörnitz eingeladen. Im Zuge der Haushaltsberatungen beschäftigen sich die CSU-Politiker im Landkreis Ansbach derzeit damit, für die, in der Sachaufwandsträgerschaft des Landkreises stehenden Schulen einen Schulentwicklungsplan aufzustellen.
Zu diesem trägt die Fraktion und der CSU Kreisverband nun alle verfügbaren einschlägigen statistischen Angaben zusammen. Um eine sichere Planungsgrundlage für die nächsten Jahre zu erhalten, ist es unerlässlich, auch die Einschätzungen der jeweiligen Schulleitungen der landkreiseigenen Schulen zu erfahren.
Unter der Moderation von Dr. Jürgen Walchshöfer, dem stellvertretenden Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes, will man sich ein Bild verschaffen, wo den Schulen der Schuh drückt. Nach und nach wolle man sich der völlig neuen Situation, die durch die Einführung der 6-stufigen Realschule im Landkreis entstanden sei, anpassen.
„Im Vorfeld der Haushaltsberatungen wurde klar, dass die Schulen auch im kommenden Haushalt ein Investitionsschwerpunkt sein werden“ so Walchshöfer. Zwar sei in den letzten Jahren schon eine ganze Menge erreicht worden, doch bestehe weiterhin erheblicher finanzieller Bedarf im Bereich Schule. Der konsequente Ausbau des Schulbereiches steht nach der gelungenen Reform der Krankenhäuser im Landkreis nun auf dem Programm der CSU-Kreisräte.
Dies könne aber nur in einem engem Dialog mit den Verantwortlichen in den Schulen geschehen, so der stellvertretende Vorsitzende. „Heute wollen wir Politiker einmal zuhören“ so Walchshöfer vor den zwei Dutzend Schulleitern.
Ein Zeichen setzen wolle man mit dieser Aktion, betonte Rudolf Schwemmbauer in seiner Begrüßung. „Die Bevölkerung soll sehen, wie ernst uns die Schulentwicklung ist“. Politik, Schulleiter und Eltern seien gefordert, damit das ehemals hochgelobte Schul- und Ausbildungssystem wieder einen Spitzenplatz einnehmen kann. 
„Schulpolitik ist zugleich auch Wirtschafts- und Sozialpolitik“ so Schwemmbauer „und somit ein sehr wichtiges Thema in unserer Gesellschaft“.
Ein gewaltiges Investitionsvolumen fließe jedes Jahr in den Schulbereich. Und die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Mit dem Arbeitskreis Schule wolle man nun aktuelle Erkenntnisse sammeln und bündeln, Wissen und Erkenntnisse einfließen lassen, damit man den Veränderungen auch in der Zukunft entsprechen könne.
„Wir wollen unseren Kindern eine Ausbildung gewähren, die den Anforderungen unserer Gesellschaft gerecht wird!“ so der CSU-Politiker.
Trotz hoher Investitionen in der Vergangenheit gebe es für die Zukunft noch viel zu tun. 
Besonders das Raumproblem macht den Schulleitern verschiedentlich zu schaffen. In einigen Schulen seien nicht genügend Klassenzimmer vorhanden. So mussten schon Fachräume ihrer eigentlichen Bestimmung entfremdet werden, um den Bedarf an Klassenzimmern zu decken.
Durch die Einführung der 6-stufigen-Realschule werde die Situation bei den Realschulen noch verschärft. Kurzfristige Übergangslösungen sind zwar bei den meisten Schulen denkbar, doch als langfristige Alternative komme meist nur ein Erweiterungsbau in Frage.
„Wohin mit den Schülern?“ fragte der Vertreter der Mädchenrealschule Schillingsfürst, der über die ungewisse Zukunft der kirchlichen Schule informierte. Die Diözese in Bamberg sieht sich nicht in der Lage, die Realschule weiter zu finanzieren – der Schule drohe nun das Aus. Um die Schillingsfürster Realschule zu erhalten, so die Anregung der Diözese, gäbe es die Möglichkeit eines Schulträger-Zweckverbands mit möglichst vielen Schultern, die ihn tragen. Dies müsse aber erst mit allen Beteiligten diskutiert werden.
Weniger betroffen von der Einführung der R6 sind die Gymnasien im Landkreis. Auch hier ist das größte Problem der steigende Platzbedarf durch immer weiter steigende Schülerzahlen.
Doch nicht nur der akute Platzmangel beschäftigt die Pädagogen. In Frage gestellt wurde auch die Methode des Frontalunterrichts. Die „Pisa-Studie“ habe bewiesen, dass neue, innovative Lehr- und Lerntechniken nötig seien. Jedoch sei diese veraltete Unterrichtsform die einzige Möglichkeit, bei diesen Raumgrößen Unterricht zu halten. „Kinder brauchen Raum!“ appellierten die Rektoren an die Vertreter aus dem Kreistag.
Positiv stellt sich Lage der beruflichen Schulen im Landkreis dar. Wesentliche Veränderungen kommen auf die Berufsfachschulen zu. Neue Berufe erfordern neue Lehrpläne und damit auch Veränderungen im Unterrichtsablauf. Diese stellten neue Anforderungen: Andere Klassenräume, in denen Theorie und Praxis zusammen vermittelt werden können, wären nötig. Durch Umstrukturierungen in der Schullandschaft entstehe ein noch größeres Einzugsgebiet bei ausgefallenen Berufen wie zum Beispiel Zootierpfleger – Schüler aus dem halben Bundesgebiet besuchen die Schulen in Triesdorf und Ansbach. Dennoch sei genügend Raum vorhanden.
Im Bereich der Sonderpädagogischen Förderzentren wurde in den letzten Jahren viel investiert und gebaut. In den Förderzentren sei zwar nun genug Platz für die Schüler vorhanden, doch mangele es an der Lehrerversorgung. Die Zahl der Lehrerstunden sei bei gleichbleibender Schülerzahl deutlich gesunken. Trotz des prognostizierten Schülerrückgangs werde es wahrscheinlich eine gleichbleibende Zahl verhaltensauffälliger Schüler geben. Sozialpädagogen sollten sich auch über den Unterricht hinaus um die verhaltensauffälligen Schüler kümmern. Eine Möglichkeit dafür wird in der Errichtung heilpädagogischer Tagesstätten gesehen.
Auch gebe es in ganz Mittelfranken keine spezielle Schule für verhaltensgestörte Kinder, die häufig für Probleme im Unterricht sorgen würden. Mit der Einrichtung von speziellen Klassen für verhaltensgestörte Kinder könne dies behoben werden. Hier würden allerdings zusätzliche Kräfte gebraucht.
„Die Schulen sind für die nächsten Jahre Investitionsschwerpunkt im Haushalt des Landkreises“ betonte Dr. Jürgen Walchshöfer, der sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Gespräches zeigte. Allerdings müsse man sich darüber im Klaren sein, dass zusätzliche Investitionen im Kreishaushalt von den Städten und Gemeinden über die Kreisumlage mitgetragen werden müssten.
Auch Landratskandidat Rudolf Schwemmbauer versicherte den Pädagogen größtmögliche Solidarität. „Wir wollen unserem Bildungsauftrag gerecht werden! Dies wäre aber nur möglich, wenn Politik und Schule im Team arbeiten, so Schwemmbauer.

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